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Ausstellungen der AG Licht

Luminale 2016: Zeit_zeugen

Im Rahmen des Stegreifentwurfes Ulight, der durch das Fachgebiet Entwerfen und Gebäudetechnologie (Prof. Anett-Maud Joppien) gemeinsam mit dem Fachgebiet für Plastisches Gestalten (Prof. Ariel Auslender) sowie den Kooperationspartnern Zumtobel Lighting und Digitalight für die Luminale 2016 betreut wurde, entstand das Projekt „Zeitzeugen“ von Oliver Legat:

Dieser Entwurf wurde unter einer Vielzahl von Arbeiten zum Thema einer Lichtinstallation zur Realisation ausgewählt: Ziel der Installation ist eine Sensibilisierung der BetrachterInnen für die „Zeit“. Sind bei der Annäherung an die Arbeit zunächst nur blinkende Lichtstäbe in scheinbar willkürlicher Anordnung auszumachen, so ergibt sich bei Erreichen einer zentraleren Position plötzlich das Bild einer digitalen Zeitanzeige. Statt jedoch relativ statisch Stunden und Minuten anzuzeigen, zählt die Anzeige im Intervall einer Minute alle Sekunden, inklusive der Zehntel und Hundertstel.

Oliver Legat über seine Arbeit:

„Unser aller Alltag wird von Uhrzeiten geformt und definiert. Die Zeit selbst jedoch ist etwas gänzlich Abstraktes geworden. Sie vergeht ohne unser Zutun, auf einmal ist es schon dunkel, wie doch die Zeit vergeht… Nur selten fühlen wir den Augenblick, sind uns seiner vollkommen bewusst, schätzen die endliche Ressource Zeit. Die Lichtinstallation in der U-Bahn-Station Taunusanlage in Frankfurt am Main soll den Betrachter für die Zeit an sich sensibilisieren. Sind zunächst nur weiß blinkende, von der Decke abgehängte, Lichtstäbe in scheinbar willkürlicher Anordnung in einem gläsernen Schaukasten auszumachen, ergibt sich bei Erreichen einer zentraleren Position der Stationsebene plötzlich das Bild einer digitalen Uhrenanzeige. Statt jedoch die statische Information einer Uhrzeit wieder zu geben zählt die Anzeige im Intervall einer Minute alle Sekunden, inklusive der Zehntel und Hundertstel. In etwa vergleichbar mit einer digitalen Stoppuhr mit den Einheiten 10x s, 1x s, 1/10x s und 1/100x s.Die plötzliche und überraschende Information der Zeitnahme einer nur allzu typischen Alltagssituation veranlasst den Betrachter über den verstrichenen Moment zu sinnieren. Die Zeit ist allgegenwärtig und für jedes Lebewesen streng limitiert. Wie ist das Kontingent an Zeit am besten zu nutzen, wie wollen wir unseren Alltag und die Freizeit gestalten? Die Kernaussage der Installation muss dabei keinesfalls als mahnender Finger mit Verweis auf die Vergänglichkeit allen Lebens gedeutet werden – Vielmehr ist sie als Einladung zu einem bewussteren Leben zu verstehen: “Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.” (Zitat Seneca)

Luminale 2016: Zeit_zeugen © Oliver Legat
Luminale 2016: Zeit_zeugen © Oliver Legat

Zur Luminale 2016

„Unser aller Alltag wird von Uhrzeiten geformt und definiert. Die Zeit selbst jedoch ist etwas gänzlich Abstraktes. Sie vergeht ohne unser Zutun, auf einmal ist es schon dunkel, wie doch die Zeit vergeht… Nur selten fühlen wir den Augenblick, sind uns seiner vollkommen bewusst, schätzen die endliche Ressource Zeit. “Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.” Seneca

Die Lichtinstallation aus blinkenden, leuchtenden Stäben verdeutlicht auf abstrahierende Weise die Vergänglichkeit der Zeit. Aus einer Vielzahl von Blickwinkeln erfährt der Betrachter die Zeit als dynamisches Motiv“.Es drängt sich neben der Absicht und Deutung der Verfasser noch eine 2. Interpretationsebene der Installation „Zeitzeugen“ auf: Der Begriff Zeitzeuge bezieht sich historisch eher auf eine retrospektive Dimension. Man verbindet mit dem Begriff die Geschichte des 20. Jahrhunderts und all jene Menschen, die Zeugnis über dessen grauenvolle und unfassbare Ereignisse ablegen konnten und können, ein Jahrhundert, das Millionen Opfer durch Kriege und die systematische Ermordung der Juden forderte. Wir alle sind Zeitzeugen zu jeder Zeit. Wir sind Augenzeugen, die konkret Teilhabe nehmen an den engeren und weiteren Geschehnissen.Das Projekt regt mich gerade in der jetzigen Situation einer globalen, nie da gewesenen Flüchtlingswelle bedingt durch Krieg, Vertreibung und Vernichtung von Lebensräumen an, über mein eigenes Handeln, meine eigenen Einflussmöglichkeiten nachzudenken. Die Installation „Zeitzeugen“ verdeutlicht daher nicht nur auf abstrahierende Weise die Vergänglichkeit der Zeit, sondern auch die Vergänglichkeit des richtigen Zeitpunkts eigene Entscheidungen zu treffen und danach zu handeln.Mich lehrt dieses Projekt daher auch Wachsamkeit und Reflexion über meine individuelle Verantwortung. Die Installation Zeitzeugen vermittelt neben der hohen Ästhetik des Projektes daher eine interpretative Vielschichtigkeit und Komplexität für die wir den Verfassern Tall Jagoda, Oliver Legat, Soheil Rafeipoor, Marcel Schäfer herzlich danken möchten.“

Prof. Anett-Maud Joppien, 11.03.2016, Luminale

 

Luminale 2016: Lichtkaskaden

Luminale 2016: Lichtkaskaden
Luminale 2016: Lichtkaskaden

Ein dunkler Raum, doch an den Flanken sprudeln Wasserfälle aus Licht. Sie durchbrechen die Wände durch die scheinbar schwebende Decke. Kaskadenartig verteilen sie sich im Raum. Die Schwere und Enge der Wände wird aufgehoben und die Bewegungszonen optisch ins Unendliche erweitert – ein Bild von 100 Wasserfällen aus Licht. Durch Bündelung an bestimmten Stellen weisen sie auf die darüber sprudelnde Quelle hin – die S-Bahnstation zur Weiterfahrt in die Stadt.