CUBITY

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HolzbauPlus-Preis für CUBITY

Ehrung durch Bundesministerin Julia Klöckner in Berlin

Beim Bundeswettbewerb HolzbauPlus, ausgelobt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, erhielt CUBITY den Sonderpreis. Thema des Preises ist innovatives Bauen mit Holz und anderen nachwachsenden Rohstoffen

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Stufe 1 – Prototyp

ENTWICKLUNG UND REALISIERUNG

Die Entwurfsaufgabe gab vor, im Schlosspark von Versailles anlässlich des Solar Decathlon Europe 2014 auf einem klassischen, idealstadtartigen Raster mit Parzellen von 16 x 16 Metern ein innovatives, nachhaltiges, energetisch wie auch architektonisch hochwertiges Wohncluster für mindestens zehn studentische Bewohner*Innen zu entwickeln. Ziel des Entwurfs war es daher, ein räumliches Element – Raumzelle/Modul/Unit – zu entwickeln, das vorgefertigt und anschließend zum Wettbewerbsort transportiert werden konnte.

Neben Wirtschaftlichkeit und Transportierbarkeit als grundlegende technische Parameter für die Realisierung stand die Auseinandersetzung mit dem modularen Bauen und mit minimalen Grundrissen im Mittelpunkt. Der durchschnittliche, sehr hohe Flächenbedarf für Wohnraum in Deutschland war zu hinterfragen. Es wurde Kreativität bei der Entwicklung der Grundrisse mit hoher Flexibilität und Wandelbarkeit erwartet. Die Leichtigkeit und Intelligenz der Konstruktion und das sinnvolle Fügen von Hülle, Öffnung und Tragwerk waren wesentliche Anforderungen, die bereits in der Konzeptphase zu entwickeln waren. Wohnen auf minimiertem Grundriss erfordert ein Infragestellen konventioneller Bilder von Möblierung und Nutzung (Wohnen, Arbeiten, sanitäre Einrichtung). Die im akademischen Alltag oft geübte Integration technischer Systeme in den Grundriss und von Energieerzeugungsanlagen in die Fassade sowie das Ausbalancieren von aktiven und passiven Maßnahmen innerhalb eines Gebäude- und Energiekonzepts waren notwendiger Bestandteil der Lösung. Der energetische Standard Effizienzhaus Plus (Aktiv-Haus) sollte erreicht werden.

SIEGERENTWURF: DORF IM HAUS

Das Projekt „Dorf im Haus“ weist eine starke und zeichenhafte Leitidee aus, die studentisches Wohnen in Versailles und auf der Lichtwiese räumlich poetisch, individuell, experimentell wie technisch einfach formuliert. Das Konzept einer low-budget orientierten Ästhetik überzeugt für die Nutzung und die aus dem Konzept gewonnene räumliche Vielfalt. Für die Ausbildung der Hülle wird sich eine klare Entscheidung hinsichtlich deren Materialisierung gewünscht, die dem Grundkonzept der Kombination aus Einfachheit und Mehrdeutigkeit entspricht. Die individuellen Turmmodule werden schlüssig über – noch zu schmal bemessene – Treppen in einem noch etwas zu eng, aber strategisch gut genutzten Zwischenraum positioniert.

Es wird empfohlen, die innenräumlichen Setzungen sehr sorgfältig zu untersuchen und zu prüfen, welche Balance bzw. welche Spannungen zwischen Füllung und Zwischenraum für einen schlüssigen Gesamtraum vorgenommen werden. Die Innenfassaden der Wohnmodule könnten über Interventionen in der Hülle vielfältiger mit dem gemeinschaftlichen Innenraum interagieren. Die Gemeinschaftsmodule wirken noch etwas raumsperrig. Es wäre denkbar, bestimmte Funktionen auch direkt in den gemeinschaftlichen Innenraum zu integrieren. Das Turmelement könnte als Raumgerüst konfiguriert werden und somit mehr Transparenz und Nutzungsvielfalt entwickeln. Das Projekt zeichnet eine sehr experimentelle und klare Grundhaltung aus, die es weiterzuentwickeln gilt.

Der Bewertung durch die Jury lagen folgende Bewertungskriterien zugrunde:

Städtebauliche Flexibilität
Gestalterische Qualität
Innenräumliche Qualität
Energie- und Technikkonzept
Innovationsgrad – Leitidee, Energie, Raumkonzept und Konstruktion
Wirtschaftlichkeit
Modularität und Transportierbarkeit
Konstruktive Logik
Qualität der Durcharbeitung

PLANERISCHE REALISIERUNG

Nach der Wettbewerbsentscheidung wurde im direkten Anschluss ab Anfang Februar 2014 parallel zu den Planungsphasen Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung der Entwurf und die Konstruktion des Gewinnerprojekts „Dorf im Haus“ unter Beachtung der Hinweise der Jury intensiv überarbeitet. Räumliche Schlüsselstellen wie die Position und Dimension der Kuben und der Treppenanlagen wurden umfassend detailliert. Die im Wettbewerbsentwurf schematisch dargestellten und teilweise fehlenden Funktionsbereiche wie Küche, Eingangsbereich, Terrassen und die Galerieebene wurden planerisch präzise definiert.

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Stufe 2 – LivingLAB

LIVING LAB

Nach der Rückkehr aus Versailles fand die TU Darmstadt mit der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte / Wohnstadt und dem Studentenwerk Frankfurt zwei weitere starke Kooperationspartner für den Wiederaufbau von CUBITY in Frankfurt am Main.

Die Geschäftsführung der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte / Wohnstadt stellte für CUBITY ein attraktives städtisches Grundstück in Frankfurt am Main/ Niederrad, in der Adolf-Miersch-Straße 46, für drei Jahre zur Verfügung. Das Studentenwerk Frankfurt am Main übernahm den Betrieb des LIVING LAB für die Forschungsstufe 2.

Im Oktober 2016 wurde der Wiederaufbau von CUBITY in Frankfurt durch die Deutsche Fertighaus Holding AG abgeschlossen und mit Einzug der Studierenden folgte der Projektstart der zweiten Forschungsstufe im LIVING LAB für 16 Monate. Ende Oktober 2016 wurde CUBITY feierlich unter Anwesenheit aller Projektpartner, Sponsoren, Projektplaner*Innen, Studierenden des Solar-Decathlon-Teams, Nachbar*Innen und dem hessischen Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung Tarek Al-Wazir eröffnet. Mitte November 2016 wurde CUBITY von der ersten Bewohnergeneration bezogen. Darunter waren drei Studenten und acht Studentinnen aus sieben verschiedenen Fachrichtungen sowie der Sozialwissenschaftler Moritz Fedkenheuer, der das Projekt in der zweiten Phase beforscht.

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Stufe 3 – CUBITY2.0

OPTIMIERUNG UND MARKTANALYSE

Die vorgenannten Kernziele umfassen die ganzheitliche Weiterentwicklung von CUBITY in technischer, energetischer, architektonischer, städtebaulicher und ökonomischer Dimension. Damit unmittelbar verbunden ist die Analyse der Marktpotenziale für das modulare Bauen in einem optimierten CUBITY- Gebäudesystem.

Die Erarbeitung und Entwicklung von standardisierbaren und übertragbaren Lösungen auf der Basis von belastbaren Benchmarks und Nutzungsprofilen wird in den Bearbeitungsprozess integriert. Die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit möglicher Lösungen soll dabei intensiv betrachtet werden. Insbesondere die Thematik der Ressourcen- und Energieeffizienz steht dabei im Vordergrund.

CUBITY adressiert als klimaneutrales Gebäude eine große Themenbreite der Nachhaltigkeit und wird zum beispielgebenden Demonstrationsprojekt. Als Einzelobjekt und im urbanen Kontext soll CUBITY zu einem robusten und standardisierten Baustein der Energiewende werden, der für eine maximale Übertragbarkeit steht.

Hinsichtlich des zu untersuchenden Marktpotenzials für CUBITY 2.0 wird die Analyse auf das studentische Wohnen und auf daraus ableitbare Sonderwohnformen (z.B. Boarding House für Young Professionals etc.) sowie auf innovative Arbeitswelten im Bundesland Hessen (Co-Working etc.) konzentriert. Im räumlichen Fokus stehen hierbei vor allem typische städtebauliche Quartiere in hessischen Großstädten mit Hochschulstandorten (u.a. Frankfurt, Darmstadt, Gießen, Wiesbaden), die für Nachverdichtungsstrategien in Frage kommen.

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Projektleitung

Prof. Dipl.-Ing. M. Arch. Anett-Maud Joppien
Prof. Dipl.-Ing. M. Sc. Econ. Manfred Hegger

Projektteam

Dipl.-Ing. Architekt Wolfgang Hinkfoth
Dipl.-Ing. Architekt Tim Bialucha
Dipl.-Ing. Architekt Matthias Schönau
Dipl.-Ing. Architekt Sascha Luippold
Dipl.-Ing. Architektin Christine Störmer
Dipl.-Ing. Architektin Verena Henne
Dipl.-Ing. Architekt Benjamin Trautmann
M. Sc. Elisa Stamm
Dipl.-Ing. Architekt Jan Dechow
Dipl.-Ing. Architektin Clara Welbergen

Studentisches Team (Stufe 1)

Rebecca Aldinger, Markus Bauer, Lucas Bickert, Anne Blankenburg, Florian Böttcher, Aslihan Cetin, Frederik Dauphin, Sabrina Dechant, David Disse, Doris Eckert, Catarina Farinha, Christine Göhrig, Viola Goßner, Fabian Gräfe, Hamdulah Günes, Christine Gunia, Jennifer Hagen, Siqi Huang, Marisa Imhof, Anna-Lena Johé, Sandra Jörges, Tae Yoon Kim, Clemens Kirchmaier, Umut Kocak, Martin Koleda, Verena Krekel, Vanessa Leonhardt, Axel Lettmann, Claudia Licciardi, Katharina Möbus, Thomas Moder, Claudia Nunes, Ushio Ota, Sung Jean Park, Aamie Perera, Lennart Petzold, Anna Lena Plaßmann, Alisa Pogorelovski, Johanna Saary, Stefan Schmand, Chrissi Stadler, Elisa Stamm, Marcel Storck, Franziska Torres, Franziska Trenkle, Kathrin Velte, Jens Völker

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